TIBETISCHE MEDIZIN

Die Einzigartigkeit der tibetischen Medizin liegt in ihrer Synthese von Körpertherapie und buddhistischer Psychologie, die in unserer Praxis integriert angeboten wird.

Die wesentlichen Inhalte der Tibetischen Medizin wurden in vier Texten, den sogenannten „vier Tantras“ (Gyüshi), im 11. Jahrhundert festgehalten. Sie stammen zu großen Teilen aus ayurvedischen und chinesischen Quellen und sind tief vom tibetischen Buddhismus durchdrungen.

Vergleichbar mit dem ayurvedischen Konzept von Vata-Pitta-Kapha wird der menschliche Körper gemäß der tibetischen Medizin von drei Prinzipien gesteuert, den „Körpersäften“ Wind (Lung), Galle (Tripa) und Schleim (Bekän).

Geraten diese drei Körpersäfte durch Ursachen und Bedingungen aus ihrer natürlichen dynamischen Balance, wirken sie pathophysiologisch und lösen Krankheiten aus. Bedingungen sind hierbei Faktoren, die der Ursache helfen, sich als Krankheit zu manifestieren.

Nach tibetischer Auffassung liegt die Ursache aller Krankheiten in der grundlegenden Unwissenheit der Menschen. Unwissenheit beschreibt einen Geisteszustand, der die Natur der Phänomene und ihre Zusammenhänge nicht versteht und zudem Unwirkliches (Vergängliches) für wirklich existent und real hält.

Unwissenheit begleitet uns wie unser eigener Schatten. Mit ihr trägt der Mensch seit anfangloser Zeit die Grundursache von Krankheit in sich, selbst wenn er glaubt, kerngesund zu sein.

Diese Unwissenheit führt zu Anhaftung und Abneigung sowie geistiger Verwirrung in der Welt der Dualität, welche in Geistesgifte wie Stolz, Eifersucht, Gier, Dummheit und Hass mündet.

Diese Geistesgifte wiederum verursachen Fehler im Ernährungsverhalten und der Lebensweise, welche zu Störungen in der Balance der Körpersäfte Wind, Galle und Schleim führen und so langfristig Krankheiten hervorrufen.

Die tibetische Therapie steht auf den vier Säulen

  • Ernährungsmedizin
  • Gesunde Lebensführung
  • Arzneimitteltherapie
  • Zusätzliche Therapien (Akupunktur, Moxibustion, Aderlässe, Massagetherapie)

Tiefgründige Heilung kann nach tibetisch-buddhistischer Auffassung nur durch den Dharma, die Anerkennung der Vier edlen Wahrheiten und das Beschreiten des Achtfachen Pfades des rechten Lebens erreicht werden, dem auch die tibetische Medizin entspringt.